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Pink Cream 69 [Comments]



Interview
Auf der Double Headliner Tour von Pink Cream 69 & Axxis, konnte ich es mir natürlich nicht entgehen lassen, das Multitalent aus Great Britain, David Readman zu interviewen.
Ich konnte ihm ein Paar heisse Infos über z.B. die aktuelle Tour, sein Soloprojekt oder über seine Mietzkatz' entlocken.


Deadfall: David, mich interessiert wie du überhaupt zum Metal oder Rock gekommen bist und welche Bands dich am meisten inspirierten?

David: Angefangen hat es damit das ich ab und zu die Beatles gehört habe. Dann als diese ziemlich zum Schluss härtere Dinge spielten, bin ich der Sache mehr nachgegangen. So bin ich auf Jimmy Hendrix gestoßen, da ich ja auch damals schon Gitarre spielte, passte das einfach. Kurz darauf bin ich irgendwie an die Whitesnake - 1987 Platte gekommen. Diese Scheibe habe ich echt rauf und runter gehört und dazu täglich meine Stimme trainiert. Das hatte schätzungsweise den größten Einfluss auf mich ausgeübt, denn ich ließ auch meine Haare lang wachsen. *lächelt* Ja und so bin ich halt zum Heavy Metal gekommen.

Deadfall: Du bist ein sehr vielfältiger Sänger wie man weiß.
Wenn man die Unterschiede zwischen Pink Cream 69, Adagio und beispielsweise Soulpreachers betrachtet stellt sich die Frage in welche Richtung dein derzeitiges Soloprojekt tendiert?


David: Ja, ich versuche mit meiner Stimme viel zu spielen. Es ist immer eine kleine Herausforderung für mich und macht mir zudem sehr viel Spaß, egal ob das nun Blues, Soul, Metal oder wie bei Adagio ein bisschen aggressivere Sachen sind. Solo wird es dann allerdings doch schon eher melodische Schiene gehen, da ich meine Stimmlage nicht hoch, sondern eher mittig favorisiere. Nur wenn es wirklich passt werde ich auch die hohen Töne anschlagen. Diese extremen Höhen gehören nun mal zu einigen Liedern dazu und würden auch ohne solche Einlagen nicht mehr wirken. Ich singe nie halbherzig und wenn es eben Bestandteil eines Songs ist, mache ich meinen Job genauso gerne und gut.
Es ist so das ich keine Probleme damit habe und es auch absolut beherrsche nur manchmal als etwas nervig empfinde. Darum ist es irgendwie nie so ganz mein Ding. Die mittlere Tonlage ist einfach mein Stil und das wird auch so bleiben.


Deadfall: Hatte deine Arbeit an einem Projekt wie "Missa Mercuria" Auswirkungen auf Dich als Sänger oder Deine Richtung beeinflusst? Immerhin ist es eine Rockoper.

David: Ich denke nicht. Es war bei Mercuria so, dass ich nur dazugekommen bin, bei 2 Stücken gesungen habe und 1 Jahr später die CD bekam. Da habe ich erstmals bewusst gehört was ich gesungen habe und fand auch dass es ganz gut klingt. Aber ehrlich gesagt, viel dabei gewesen bin ich nicht. Ich hab einfach mitgemacht, es war eine recht seltsame Geschichte, die mir zwar gefallen, aber weiter keinerlei Einfluss auf meinen Gesang oder mich genommen hat.

Deadfall: Ist die derzeitige Tour mit Pink Cream 69 anders als die vorangegangene mit Adagio? Also gibt es etwas was einen Unterschied macht?

David: Ja, es ist schon anders. Vor allem das französische Publikum. Ich will nicht sagen dass sie unbedingt offener waren, denn Adagio und PC 69 sind zwei völlig verschiedene Arten von Bands, ebenso unterschiedlich ist auch die Musik. Nun doch ist es bei Adagio ein sehr junges Publikum, im Durchschnitt zwischen 19-23 und die Meisten von ihnen flippen und rasten bei den Auftritten total aus. Es war für mich auf jeden Fall eine gute und sehr schöne Erfahrung, denn vorher kannte ich das Touren nur mit Pink Cream 69 und ich habe mit Adagio eine ganze Menge dazu gelernt und sehr viele nette Leute getroffen.

Deadfall: Apropos Fans? Welche Bedeutung haben sie für dich ?

David: Ohne Fans gibt es kein PC 69 oder Adagio, kein neues Album, keinen Bestand bei einer Band. Sie sind schon so eine Art Sponsor oder nenne es Arbeitgeber. *lächelt* Ich meine damit das alles was mit den Aufnahmen für ein Alben zu tun hat, welche natürlich auch Geld kosten. Das finanzieren eigentlich die Fans, auch wenn es zwar komisch klingt, aber so ist es.
Sie bedeuten mir auf jeden Fall viel und bei PC 69 sehe ich sehr, sehr oft Fans die bei vielen Auftritten dabei sind. Das freut mich natürlich weil es mir zeigt das ihnen unsere Show und die Musik gefallen hat. Darauf ist jeder Musiker irgendwie schon sehr stolz.. *lächelt*
Dazu versuchen wir auch auf jeden Fall Fannähe aufzubauen, vor allem nach der Show bei den Autogrammen die wir geben und durch die Gespräche mit den Leuten. Ich sende auch immer den aktuellen Newsletter von meiner eigenen E-Mail-Addresse, es ist zwar nicht das Beste, aber zumindest ein Versuch der die Sache unterstützt.


Deadfall: Gab es ein Erlebnis was du auf einer Tour hattest und wohl niemals vergessen wirst?

David: Oh ja, es gibt sogar sehr viele, aber als wir in Japan spielten war es unglaublich beeindruckend für mich. Es war tatsächlich ein schier außergewöhnliches Erlebnis. Dort bist du für 4-5 Tage ein absoluter Rockstar. Ich meine, hier in Deutschland kennen dich die Leute und wollen ein Autogramm haben, aber das alles ist irgendwie total normal. In Japan hingegen bist du etwas ganz Besonderes, dort bist du ein echter Rockstar. So wie hier beispielsweise Bon Jovi oder ähnliche Größen. Natürlich gab es auch in Europa super Erlebnisse für mich, die unvergleichlich sind, wie z.B. die Gigs mit Bruce Dickinson und Adrian Smith, also Iron Maiden.

Deadfall: Die derzeitige Tour hat gerade erst begonnen, gab es hierbei schon so etwas wie ein "Highlight" oder hast du etwas besonders negativ bzw. positiv empfunden?

David: Ja, unser dritter Auftritt in Karlsruhe war so eine Art Heimspiel für uns, und das ganz am Anfang der Tour war halt schon ein bisschen komisch. Normalerweise spielen wir erst 2 Wochen auswärts, was natürlich so etwas wie Routine mit sich bringt. So das wir erst zum Ende der Tour, quasi als Ausklang zu Hause spielen. Natürlich war es auch nicht schlecht, aber trotzdem fand ich persönlich die andere Reihenfolge besser. Welche beim nächsten Mal auch wieder so geplant werden sollte.

Deadfall: Ich sehe dass du so gut wie nur mit Musik beschäftigt bist, wie sieht es da mit deinem Privatleben aus? Gerade bei einer solchen Anzahl an Touren und Terminen wie zur Zeit. Lässt sich das ohne Schwierigkeiten miteinander verbinden?

David: Ja, klar das geht schon. In den letzten 4 Wochen war ich eine Woche zu Hause und das nächste Mal werden es erst wieder ein paar Tage zu Ostern sein. Ok, in der letzten Zeit ist es durch die Tour mit Adagio und gleich im Anschluss mit Pink Cream 69 natürlich mehr geworden. Es ist auch etwas stressig das geb' ich schon zu, aber es geht! Das Touren gehört dazu, das wissen wir beide, meine Freundin und ich. Das Vertrauen ist da, genauso wie der Zusammenhalt und wenn das nicht funktioniert, ist es natürlich für mich sehr viel schwerer wenn ich unterwegs bin, denn zu wissen das mein Mädel zu Hause leidet, das ist auch für mich nicht leicht.

Deadfall: Rockballaden haben in den meisten Fällen einen Hintergrund aus dem heraus die Texte entstehen, was hat Dich dazu bewogen den Song "That Was Yesterday", welcher auf eurer derzeitigen Tour ja auch auf der Setliste steht, zu schreiben?


David: Boar..., wenn ich ein Lied schreibe, ist es immer ganz verschieden ob zuerst der Text oder erst eine Melodie entsteht. Bei "That Was Yesterday" war es so das ich bei einem Kumpel saß und irgendetwas auf seinem Klavier spielte. Dann haben wir es aufgenommen weil es einfach gut klang, aber etwas Bestimmtes hat es als Beweggrund nicht gegeben. Balladen haben in der Regel „Liebe und Tränen“ als Textinhalt, es ist so etwas wie Klischee und unsere letzte Ballade ist eben auch in diesem Schema. Es ist nicht immer passend Themen wie Krieg oder Drogensucht in einen Song zu nehmen. Wenn z.B. "Aerosmith" eine Ballade schreibt geht es um jemanden der erst verlassen wird und dann auf die "grosse Liebe“ trifft, das passt einfach. Diese Thematik ist so alt wie die Welt und meistens auch der Lauf der Dinge. Ich persönlich bezweifele allerdings stark, dass bei jeder Ballade um dieses Thema, tatsächlich auch ein authentischer Hintergrund als Textvorlage existiert. *schmunzelt*

Deadfall: Stimmt es, dass euer Album "Thunderdome" zuvor erst "Airborne" heißen sollte?

David: Ja, das stimmt. Es ging um diesen Hubschrauber, den man auf vielen Bildern sieht, aber Thunderdome hatten wir bereits als Song und ich denke es passte einfach besser dazu, auch wenn es nicht der zuerst geplante Name im Original ist.´

Deadfall: Ich habe gehört das die einzelnen Bandmitglieder hauptberuflich sehr unterschiedliche Wege gehen. Ist das ein Handicap bei der Planung für die Zukunft von Pink Cream 69?

David: Es ist mehr oder weniger eine Zeitfrage. Hat jemand von uns keine Zeit, weil er anderen Terminen oder Verpflichtungen nachkommen muss, geht leider weder Probe noch ein Auftritt. Das sind existenzielle Dinge die leider in der heutigen Zeit nicht zu ändern sind, weil sie den Lebensunterhalt der Bandmitglieder betreffen. Durch meine Arbeit an sehr vielen Projekten, bekommt man einen zusätzlichen Blickwinkel und man denkt dadurch ganz anders und auch viel weiter. Natürlich kommen ebenfalls mehr Einflüsse und Erfahrungen dazu. Deshalb denke ich nicht das es ein wirkliches Handicap für die Band ist und es auf jeden Fall bei Pink Cream 69 auch in Zukunft ohne nennenswerte Schwierigkeiten ablaufen und funktionieren wird.

Deadfall: Ihr spielt fast seit 10 Jahren in dieser Besetzung zusammen, was wäre euer größter Wunsch als Band?

David: Schon etwas mehr an Erfolg. Ich meine, wir arbeiten wirklich die ganze Zeit und versuchen immer die Beste Qualität was Platten oder Tourneen angeht rauszuholen. Aber mal schauen... Wichtig ist dass es uns auf jeden Fall auch total viel Spass macht, auch wenn es oft ziemlich hart ist. Heutzutage ist es nicht so einfach und jeder der Musiker oder Sänger wird, will auch Erfolg haben. Das ist natürlich auch unser Wunsch.

Deadfall: Wenn du dir 3 Dinge aussuchen dürftest, was würdest du auf eine Insel mitnehmen? (außer deinem Micro und 'ner Gitarre *schmunzel*)

David: Mein Mädel halt, meine Cat...also meine Mietzekatze und 1 000 000€... (*laut lacht*)

Deadfall: Ob €uro dir was bringen würden auf der Insel? (*lach*)

David: Klar, ich könnte sämtliche Leute anrufen und dann überall hinfliegen.

Deadfall: Ok, ich danke dir David! Ich wünsche euch weiterhin viel Erfolg und Spaß! See you on tour!

Interview Details


Official Homepage
Lineup:

David Readman: Vocals
Alfred Koffler: Guitar
Uwe Reitenauer: Guitar
Dennis Ward: Bass
Kosta Zafiriou: Drums
Interviewed by: Deadfall
Interview Date: 28.3.2004









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