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Crematory [Comments]



Interview

Crematory Interview 11.1.2008


Kurz vor der Veröffentlichung ihres neuen Album -Pray- hat sich Crematory Gründer Markus noch die Zeit genommen um uns Rede und Antwort zu stehen.

Deadfall: Hallo Markus danke das ihr euch Zeit genommen habt, so kurz vor Veröffentlichung eures neuen Albums -Pray- ein Interview zu geben.
Du hast als Manager der Band und Familienpapa sicherlich genug um die Ohren, aber ich will dich dennoch etwas quälen.

Deadfall: Welche Reaktionen erwartet ihr auf das Album und habt ihr schon die ersten Feedbacks der Presse bekommen? Seid ihr selbst damit zufrieden?

Markus: Feedbacks der Presse sind überwältigend und beängstigend gut. Wir sind mit dem neuen Album sehr zufrieden und hoffen, dass das unsere Fans auch sein werden.

Deadfall: Wofür steht bei euch das -Pray.- man könnte bei den Namen und dem Logo eigentlich schon an eine christliche Rockband denken.

Markus: Das hat damit nix zu tun, aber das Cover und der Titel passen einfach perfekt zu unserm neuen Album und der Stimmung, die wir vermitteln wollen. Das ganze Albumkonzept ist in Verbindung mit Albumtitel und dem Cover, sowie den Songs einfach stimmig und als Gesamtkunstwerk anzusehen.

Deadfall: Wie kam es zu dem Namen?

Markus: Hat sich so auf Grund des Covers ergeben und uns hat das sehr gut gefallen.

Deadfall: Fasst ihr das Thema Glauben und Religionskämpfe der heutigen Zeit mit dem Album auf?
Markus: Nein, wir haben uns nie religiös oder politisch geäußert und werden dies auch nicht zukünftig tun, denn jeder soll das machen wovon er überzeugt ist.


Deadfall: Pray ist deutlich anders als eure letzten Werke, so sind die starken Elektrotöne aus der Revolution fast komplett verschwunden. Wird sich der Sound für die nächsten Alben in diese Richtung einpendeln?

Markus: Das kann ich jetzt noch nicht genau sagen, da es bis dorthin ca. 2 Jahren dauern wird und das ist noch eine Menge Zeit. Mal sehen, wie die Reaktionen der Fans auf das neue Album sind und wie sich unser Musikgeschmack in den nächsten 2 Jahren entwickelt.

Deadfall: Oder wollt ihr weiterhin Experimente wagen, um den Sound noch weiter auszubauen?
Markus: Weiß ich bis jetzt noch nicht genau, aber immer auf der Stelle wollen wir nicht treten.

Deadfall: Pray ist nach der deutschen Klagebilder wieder komplett in Englisch eingesungen, warum gibt es nicht einen Deutschen Song?

Markus: Weil wir dieses Mal keinen Bock auf einen deutschen Song hatten und ja auch auf dem letzten Album ausreichend deutsche Lieder waren. Auf dem nächsten Album wird dann bestimmt wieder ein deutscher Song drauf sein.


Deadfall: Stört es nach eurer Meinung das Gesamtbild eines Album, wenn man deutsche und englische Songs mischt?

Markus: Keinesfalls, denn der Erfolg gibt uns damit Recht. Fast alle deutschen Lieder die wir auf den verschiedenen Alben hatten kristallisierten sich als Hits heraus und unsere Fans lieben das.

Deadfall: Welche von beiden Sprachen geht euch leichter von der Hand (In Verbindung mit Rhythmus, Gesangslinien etc.)

Markus: Englisch ist definitiv einfacher, denn da kann man singen was man will und es klingt immer gut. Bei deutschen Texten muss man darauf achten, dass sie sich reimen und nicht lächerlich werden.



Deadfall: Verarbeitet ihr in euren Texten eigentlich noch momentane eigene Probleme/Ängste, weil ich glaube aus dem Alter des depressiven -Auf-dem-Friedhof abhängen- etc. seid ihr ja schon raus? Oder bewirken die schlaflosen Nächte durch die Kinder eigentlich das gleiche.

Markus: Felix mischt Fantasy mit Dingen aus dem alltägliche Leben und baut somit sehr interessante Texte, die jeder für sich anders interpretieren kann und immer was neues für sich entdeckt.


Deadfall: Um 2001 rum wart ihr noch deutlich angepisst, von der Musikbranche, den leeren Konzerthallen. Ihr hattet damals etliche und verständliche Gründe aufzuhören. Wie denkt ihr jetzt darüber?Denn ihr seid jetzt ja wieder auf der Bühne und spielt.

Markus: Das Spielen und die Bühne hatten wir auch sehr vermisst und deshalb handeln wir CREMATORY aus zeitlicher Perspektive als -Hobbyband- und finden somit einen guten Ausgleich zum täglichen Job- und Familienstress.
Wir sind seit dem Comeback wesentlich entspannter und gehen lockerer an die Sache ran, aber immer mit professioneller Einstellung und Arbeitseinsatz. Lediglich der Zeitfaktor ist ein anderer.

Deadfall: Konntet ihr auf den letzten Konzerten bemerken das ihr neues Publikum gewonnen habt?
Markus: Ja auf jeden Fall. Mit Klagebilder und Revolution haben wir wieder eine Menge neuer Fans für uns begeistern können und haben so die Fangemeinde weiter ausgebaut, was uns sehr freut. Wir haben jetzt Metaller, Gothics und ganz normale Radiomusikhöhrer auf unseren Konzerten und alle vertragen sich super. Die Mischung machst!!!



Deadfall: In den letzten Jahren hat man einen deutlichen Umschwung der Plattenverkäufe bemerkt, während die Popbranche abgestürzt ist, blieb die Metalsparte stabil und konnte sogar noch zulegen. Ihr konntet ja sicherlich auch mehr absetzen, hattet ihr das jemals gedacht?

Markus: Naja, ganz so ist es nicht, denn ich als Manager weiß, dass auch die CD-Verkäufe im Metalbereich bis zu stellenweise 50% eingebrochen sind und wenn diese Scheiße mit den illegalen Downloads nicht bald aufhört oder eine vernünftiger Kopierschutz erfunden wird, dann wird es auch bald keine Bands mehr geben, denn dann ist kein Geld mehr da um Albumproduktionen zu bezahlen. Im Popbereich merkt man das natürlich mehr als im Metalbereich, da dort auch wesentlich mehr CDs verkauft werden.


Deadfall: Einige alte Bands wie Rage klagen momentan über leere Konzerthallen, auch lokal muss man echt schon ziemlich was ran karren um auf seine Kosten zu kommen als Veranstalter. Sind die Leute eurer Meinung einfach zu Faul geworden um auf einen Gig zu gehen, oder haben teilweise auch die Ticket preise damit zu tun. Wenn man die Preise für Manowar von 65€ zum Beispiel nennt, oder 28€ für eine 35 Minutenshow von Type O Negative heranzieht kann man es teilweise natürlich verstehen. Aber wie steht ihr als Band dazu?

Markus: Alles wird teurer und somit auch der Kostenaparat von einer Tournee für Crew, Nightliner, Instrumente und was sonst noch so alles dazu gehört. Diese Kosten müssen durch die Eintrittsbeteiligungen oder Gagen abgedeckt werden und daher mussten leider auch die Preise der Eintrittskarten angepasst werden. Ich glaube dass die Menschen stellenweise für viel weniger oftmals viel mehr Geld ausgeben. Ein geiles Konzert ist immer ein besonderer Anlass, aber Preis und Leistung muss immer im Verhältnis stehen.


Deadfall: Lohnt sich Crematory jetzt eigentlich ernsthaft für euch? Also jetzt nicht das ihr Millionäre seid und einen Wasserträger habt, sondern eher das der eine oder andere von euch nicht extra arbeiten müsste.

Markus:Nein, leider nicht. Es ist so, dass wir nicht privates Geld drauflegen müssen, aber unterm Strich ist das für uns fast eine Nullnummer, womit wir aber als Hobbyband leben können. Wenn natürlich ab und zu ein paar Euronen hängen bleiben um neue Instrumente zu kaufen, dann freuen wir uns sehr darüber.


Deadfall: Wie kommen eure Arbeitgeber und Arbeitskollegen mit eurem Hobby zurecht? Ihr ward schließlich mal in den Charts und müsst ja auch irgendwie die ganzen Konzerte etc. buckeln.

Markus: Wir sind alle Selbstständig und daher zeitlich flexibel. Unsere letzten 7 Alben waren alle fett in den Charts und hoffentlich gelingt uns das auch mit dem neuen Album. Es gibt sehr viele Fans unter unseren Arbeitskollegen, die auf CREMATORY stehen und das was wir machen auch gut heißen.

Deadfall: In einem Interview mit mir im Jahr 2005, schriebt ihr das es eine Tour eigentlich nicht mehr geben würde. Obwohl die Band nun schon wieder Nachwuchs bekommen hat (Glückwunsch noch mal von uns ;) ) schafft ihr es 2008, eine Tour mit bisher 23 Konzerten auf die Beine zu stellen. Auch wenn sie über 3 Monate verteilt ist, nehmt ihr die Kinder mit auf Tour?



Deadfall: Und wie bekommt ihr das zeitlich alles geregelt?

Markus: Das frag ich mich auch oft, aber es funktioniert immer irgendwie.



Deadfall: Ist es dir schon mal vorgekommen das du jemanden eine Versicherung verkaufen wolltest und der dich als Bandmitglied von Crematory erkannt hat ? Oder arbeitest du da in einem anderen Bereich?

Markus: Das ist schon das ein oder andere Mal vorgekommen und hat dann den Vertragsabschluss erheblich erleichtert, nachdem ich den Kunden mit einem Autogramm auf dem Versicherungsantrag bestochen hatte.


Deadfall: 2001 habt ihr eines eurer letzten Konzerte vor der Pause in Wacken gegeben nun tretet ihr dieses Jahr wieder dort auf, freut ihr euch schon, dort wieder auf den heiligen Brettern vor 80.000 Leuten zu stehen? Habt ihr dort übrigens eigentlich schon eine ungefähre Auftrittzeit?

Markus: Wacken ist immer geil und deshalb freuen wir uns sehr darauf, aber genaue Auftrittszeiten haben wir bis jetzt noch nicht.


Deadfall: Auf was freut ihr euch 2008 am meisten, jetzt als Band gesehen?

Markus: Auf ein neues Album, das gut verkauft und viele Fans auf unsere Konzerte kommen.

Deadfall: Und was sind die weiteren Pläne, außer der Tour für die nächste Zeit? Sind evt. Videos geplant?

Markus: Mal sehen, das weiß ich noch nicht genau.

Deadfall: So das war es von meiner Seite aus, wenn du willst kannst du noch die obligatorischen Schlussworte hier untersetzten.

Markus: Vielen Dank für das Interview und hoffentlich sehen wir uns dann auf Tour.

Beste Grüße
Markus / CREMATORY


Geführt von Birger Treimer/Deadfall Ezine mit Markus Jüllich/Crematory am 11.1.2008

Crematory Review Pray --- Crematory Review Revolution

Interview Details


Official Homepage
Lineup:

Felix - Vocals
Matthias Hechler - Guitar
Katrin - Keyboards
Harald - Bass
Markus Jüllich - Drums
Interviewed by: FallenUnicorn
Interview Date: 14.1.2008









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