Am 24. Oktober erscheint mit JEANNE D’ARC das nunmehr dritte Full Length-Album der italienischen Power Metaller THY MAJESTIE, und ohne schon all zuviel vorab verraten zu wollen: diesen Termin sollten sich alle Freunde des „epischen“ Metals ganz, ganz dick im Kalender anstreichen!
Schon der gelungene Vorgänger HASTINGS 1066 war ein Konzeptalbum, das sich mit historischen Schlachten beschäftigt hat, und auch JEANNE D’ARC stellt wieder eine Zeitreise in die Vergangenheit dar … Genauer gesagt an den Beginn des 15. Jahrhunderts, als die junge Johanna Gotteserscheinungen hat, die ihr auftragen, die Armee Frankreichs gegen die Besatzer aus England zu führen und so ihr Heimatland zu befreien. Das Album umreißt den kompletten Lebensverlauf der Märtyrerin: von der Übernahme des Kommandos über die französischen Streitkräfte, über die Befreiung Orléans bis zu ihrem Tod auf dem Scheiterhaufen. Das soll zum geschichtlichen Hintergrund der Lyrics erstmal reichen, beschäftigen wir uns nun mit der Musik von THY MAJESTIE.
Wie schon anfangs erwähnt, kann man das musikalische Schaffen der Italiener durchaus als Power Metal bezeichnen, das alleine wird der Musik allerdings noch lange nicht gerecht, denn zu den typischen Trademarks, wie z.B. Double-Bass-Attacken oder schnellen und schneidenden Gitarrenriffs, gesellen sich noch weitere Merkmale, die JEANNE D’ARC so besonders und zu einem Hörgenuss erster Güte machen: da hätten wir zum einen die Orchestrierungen, die der Musik eine gehörige Portion „Epik“ verabreichen und gleichzeitig hervorragend zu dem historischen Hintergrund der Scheibe passen. Neben diesen Orchestrierungen kommen dann noch sehr passende Chöre zum Einsatz, die den Songs ein ganz besonderes Flair verabreichen und einem fast schon Gänsehaut bescheren können.
Doch keine Bange: während viele Werke, bei denen Epik ganz groß geschrieben wird, dazu neigen, den Metal zu vernachlässigen, schaffen es die Jungs von THY MAJESTIE hervorragend, diese genannten Stilelemente richtig zu dosieren und nicht dominieren zu lassen.
Vielfach werden THY MAJESTIE mit ihren Landsmännern RHAPSODY verglichen, was ich persönlich so hundertptozentig aber nicht unterschreiben kann, da THY MAJESTIE einfach viel mehr „metal sind“ und die oben genannten Elemente nur einsetzen, um die Atmosphäre ihrer Songs zu unterstützen, während die Stücke von RHAPSODY geradezu von dem ganzen Bombast leben. THY MAJESTIE nun also als Nachahmer oder gar als Klone von RHAPSODY zu bezeichnen, wäre zum einen absolut ungerecht und zum anderen auch schlichtweg falsch.
Vergleiche zwischen den beiden Bands kann man höchstens anstellen, was die musikalische Versiertheit ihrer Instrumentalisten anbelangt: man merkt von der ersten Sekunde, dass hier absolute Profis ihres Faches am Werke sind. Egal ob Gitarren-Solo, Bass-Läufe oder Drum-Gewitter: alles kommt absolut souverän und gekonnt aus den Boxen (und das nicht nur wegen der hervorragenden und glasklaren Produktion), die Jungs verstehen einfach ihr Handwerk. Der Gesang von Giulio di Gregorio ist dann wie das sprichwörtliche Tüpfelchen auf dem i: er meistert souverän alle Tonlagen und klingt selbst in den höheren Lagen niemals schrill oder überfordert. Selbst sein immer leicht durchschimmernder Akzent wirkt eher passend als störend.
Fazit:
Ein verdammt starkes, wunderschönes „Epic Power Metal“-Album, bei dem jeder einzelne Song ein echtes Erlebnis ist und eine solch intensive Atmosphäre besitzt, wie ich es bei einem Metal-Album bisher noch nicht oft erlebt habe. Eine ganz klare Kaufempfehlung, nicht nur für Freunde von Rhapsody und Konsorten!
Anspieltipps:
Maiden of Steel, The Chosen, Up to the Battle!
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