„Symphony of Glory“ lautet der zugegebenermaßen ziemlich klischeebeladene Titel des zweiten Studioalbums der norwegischen Power Metal – Kapelle GAIA EPICUS, doch keine Bange: allzu symphonisch geht es dann doch nicht zu und der Keyboard-Einsatz beschränkt sich auf das Allernötigste.
GAIA EPICUS bezeichnen ihre Musik selbst als Speed Power Metal und das trifft es auch ziemlich genau: fast alle Songs rasen im Up-Tempo mit Doublebass-Attacken aus den Boxen auf den Hörer zu, während Thomas Hansen – der sich gleichzeitig auch für die Vocals verantwortlich zeichnet – und Joakim Kjelstad in bester Flitzefinger-Manier die Sechssaiter mit ausgezeichneten Power Metal-Riffs zum Schwingen bringen.
Nach einem kurzen Intro geht’s mit „Time and Space“ dann auch gleich los wie die Feuerwehr und bei eingefleischten Power Metal-Fans dürfte schon bei diesem ersten Song das Haupthaar durch die Lüfte fliegen: geile Riffs, eingängiger Mitsing-Refrain, eine solide Arbeit der Rhythmusfraktion, gute Soli sowie die ausgezeichnete Produktion des Albums bescheren einem direkt alles, was das Metaller-Herz begehrt. Auch der Gesang von Thomas Hansen kommt gut rüber, was dann aber leider bei einigen anderen Songs der Scheibe nicht mehr so hundertprozentig der Fall ist … Natürlich ist es für dieses Genre „normal“, daß der Frontmann sich eher in hohen Tonlagen aufhält, doch an einigen Stellen ist es dann doch ein wenig zuviel des Guten und manche arg schrillen Passagen lassen selbst abgehärtete Power Metal-Veteranen gelegentlich das Gesicht verziehen.
Aber abgesehen von dem teilweise etwas unglücklichen Gesang gibt es an diesem Album kaum etwas zu beanstanden, denn mit „Time and Space“, „Seize the Day!“ und dem abschließenden Titel-Song mit Überlänge befinden sich wirklich einige Knaller auf der Scheibe und auch kein einziges der übrigen Stücke fällt qualitativ merklich ab, musikalisch eine sehr konstante Leistung auf hohem Niveau; einzig die Abwechslung bleibt bei dem fast durchgehend durchgetretenen Gaspedal ein wenig auf der Strecke, aber es handelt sich hier ja auch wie schon geschrieben um „SPEED Power Metal“ und wer sich die Scheibe anhört, wird schnell merken, dass diese Bezeichnung absolut berechtigt ist.
Fazit:
Ein gutes und unterhaltsames Power Metal-Album, das auf der Instrumental-Seite vollkommen überzeugen kann, beim Gesang aber ein wenig Abzüge in der B-Note hinnehmen muss. Trotzdem für jeden Fan des gepflegten Power Metals eine Empfehlung wert, gute und verdiente 7 Punkte !
Anspieltipps:
Eigentlich bewegen sich alle Songs auf ähnlich (hohem) Niveau, aber wenns unbedingt sein muss: Time and Space, Seize the Day!, No Release?, Symphony of Glory sowie die reine Instrumental-Nummer Chamber of Secrets
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