Da schau an, KOLDBORN aus dem kleinen Dänemark servieren mit “The Uncanny Valley” ihren nächsten Full-Length-Kracher, der zwar praktisch in diesem Sinne schon unzählige Male durch meinen CD-Player rotiert ist, an der soliden Aufmachung aber nichts rütteln lässt. Es dauerte satte vier Jahre, bis es die vier Dänen schafften, wieder Boden unter den Füßen zu bekommen. Dass sich diese Wartezeit, zumindest für Fans von modernem Death-Metal, gelohnt hat, beweist „The Uncanny Valley“ tadellos. Und sie beweist noch etwas - die Nachbarn in Schweden bekommen gehörige Konkurrenz. Neben ILLDISPOSED könnten nun auch KOLDBORN die Hoffnung für dänischen Metal innerhalb Europas aufleben lassen, ansonsten gibt es leider kaum Artisten, die den Sprung aus heimischen Gefilden halbwegs erfolgreich haben meistern können.
„The Uncanny Valley“ („Das unheimliche Tal“) kommt allerdings weniger unheimlich, als eher knüppeldick daher. Ein fetziges Death/Thrash-Brett, das vor allem durch seinen „Mörder-Groove meets Geknüppel meets fiese Growls“ glänzen kann. Man verstrickt sich nicht unnötig in Frickelorgien, versucht andererseits aber auch nicht im Sumpf der Stumpfsinnigkeit zu versinken. So geht die Bandbreite des unheimlichen Tals von extrem groovigen, fast Hardcore-ähnlichen Anleihen bis hin zu aufbrausendem Death-Geprügel. Dazwischen herrscht ein wechselhafter Bastard aus eben diesen Orgien.
Ist das innovativ?
- Nein.
Macht die Musik von KOLDBORN trotzdem Spaß?
- Definitiv.
Da ist es mir sogar ziemlich egal, ob ich das schon mal gehört habe. Es ist nun mal Gang und Gebe, explizit in diesen Stilbereichen, sich hier und da ein paar „Denkanstöße“ holen. Deswegen sehe ich die Geschichte ausnahmsweise nicht so eng und gebe KOLDBORN für diese Walze sehr solide acht Punkte, damit kann man zufrieden sein.
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